Branko Kreinz von ehem. HfH dankt für Ihre Unterstützung

NW - 13.8.2020 - Teil 2

Welle der Hilfsbereitschaft für alleinerziehende Mutter
Zum Abschluss spendierte Christel Großmann ein Eis.
Einen neuen Laptop für die älteren Schwestern hat Alexandra Altmann (l.) der Familie mitgebracht. Fotos: Natalie Gottwald
 

Herford. Der erste Schultag kann kommen. Die sechsjährige Jana (Name von der Redaktion geändert) freut sich schon lange darauf. Schließlich hat sie bei ihren vier älteren Schwestern (8, 11, 14 und 16 Jahre) alles schon hautnah miterlebt. Und jetzt hatte das quirlige Nesthäkchen der Familie noch viel mehr Grund zur Freude.

Nachdem Janas Mutter, Rita M. (Name ebenfalls geändert), gegenüber derNWHerford geschildert hatte, was es für sie bedeutet, alleinerziehend mit fünf schulpflichtigen Töchtern die Corona-Zeit zu meistern, hatte es eine Welle der Hilfsbereitschaft gegeben. Sorgen um die Bildungschancen ihrer Kinder mache sie sich, hatte Rita M. erzählt. Denn für technische Ausstattung wie Computer, die vor allem die älteren Töchter für Homeschooling und digitales Lernen dringend brauchen, sei einfach nicht genug Geld da.

Der Artikel war gerade erschienen, da ging schon der erste Anruf in der Lokalredaktion ein: Christel Großmann aus Herford. Sie wolle unbedingt helfen, so die 76-jährige Rentnerin. Das Schicksal der Mutter, die ursprünglich aus dem Kosovo stammt und mit ihren Töchtern zwei Jahre im Herforder Frauenhaus gelebt hat, habe sie sehr berührt. „Ich habe mir überlegt, für die kleinste Tochter, die ja jetzt eingeschult wird, schicke Kleidung für den ersten Schultag und eine Schultüte zu spendieren.“

In der Lokalredaktion gingen verschiedene Hilfsangebote ein

Wenige Minuten später klingelte das Telefon in der Redaktion schon wieder. Alexandra Altmann aus Herford. „Ich hätte hier einen neuen Laptop für die Familie – inklusive Office-Paket – und würde den gerne abgeben.“ Am Nachmittag ein weiterer Anruf von Pascal Kintrup aus Hannover: „Ich bin ehemaliger Herforder und habe zufällig gerade drei Laptops, die ich sozusagen übrig habe. Ich habe nur die Festplatten gebraucht und neue in die Geräte eingesetzt. Die drei Geräte würde ich gerne der Familie zur Verfügung stellen. Sie würden sonst nur bei mir im Keller herumstehen.“

Große Freude herrschte dann am anderen Ende der Leitung beim nächsten Telefonat. Rita M. konnte ihr Glück kaum fassen, als sie von den Spenden erfuhr. Häufig hatte sie in der Vergangenheit Hilfe von der Initiative „Herforder für Herford“ bekommen.Doch nachdem Branko Kreinz seinen ehrenamtlichen Einsatz für bedürftige Kinder und Familien Ende März dieses Jahres beendet hatte, hatte sie kaum mit Hilfe gerechnet. Doch sie kam – mit Alexandra Altmann und Christel Großmann unter anderem von zwei Herforderinnen, die sich zuvor auch über die Initiative immer wieder engagiert hatten.

Einmal ging es beim Einkaufen nur um die kleine Jana

Und die kleine Jana freute sich vor allem auf eines: Den Shopping-Termin mit Christel Großmann in der Herforder Innenstadt, der jetzt stattfand. Eineinhalb Stunden ging es dabei einmal nur um Jana und die Sechsjährige fühlte sich wie eine kleine Prinzessin. Ein Sommerkleid in Pink, eine kurze Jeanshose mit Herzchen drauf, ein T-Shirt in Regenbogenfarben und rosa Sandalen suchte sich Jana in den Geschäften aus. Und an einer spaßigen Kleinigkeit konnte die Sechsjährige auch nicht vorbei gehen: Eine Dose mit rosa Schleim, der Pups-Geräusche erzeugt, wenn man mit den Fingern durchfährt. „Das hat meine Freundin auch. Das finde ich ganz lustig“, erzählt Jana. Na dann müsse das wohl auch noch mit, meint Christel Großmann, die sichtlich Vergnügen daran hatte, der Sechsjährigen Freude zu bereiten.

„So eine Einschulung ist ja schließlich ein besonderer Tag, dafür muss man schick sein und gut vorbereitet“, sagt Christel Großmann. Die 76-Jährige hatte sich am Morgen vor dem Shopping-Termin selbst noch einmal die alten Fotos aus der Zeit herausgesucht, als sie eingeschult wurde. „Das waren ganz andere Zeiten, aber ich hatte eine tolle Frisur: Affenschaukeln“, erzählt sie und nimmt noch eine kleine Schultüte mit Stift, Lineal, und Radiergummi mit zur Kasse. Und sie verabredet sich mit Rita M. und Jana: „Am Morgen der Einschulung treffen wir uns vor der Schule. Da habe ich dann noch eine große Schultüte für Dich dabei – selbst gebastelt. Die hat dann kein anderer“, verspricht sie.

Und dann endet der Einkaufsbummel noch mit einer Erfrischung nach Janas Geschmack: Es gibt noch ein Eis für alle. Und Jana darf sich die Sorte wünschen: „Schoko, bitte!“